Fünf Sächsische Meister kommen aus Zittau

Am 19. und 20.11. trafen sich in der Dresdener Kletterhalle „XXL“ die besten sächsischen Sportkletterer aller Altersklassen zur sächsischen Meisterschaft. Die Wettkampfwand bot mit Routen bis zum 10. UIAA – Grad genügend Möglichkeiten, sich die Finger ordentlich lang zu ziehen. Die Routen waren vom amtierenden Deutschen Meister Markus Hoppe eigens für diesen Wettkampf in die 16 m hohe und mehrere Meter überhängende Wand geschraubt worden.
Während für die Damen, Herren und Senioren dieser eine Wettkampf über die Meistertitel entschied, war für die Kinder und Jugendlichen der Dresdner Wettkampf das Finale einer Cupserie, dereren Ergebnisse in einer Gesamtwertung zusammengefasst wurden.
Aus unserer Sektion reisten 8 aufgeregte Kinder und Jugendliche nach Dresden. Wir Alten sind ja angesichts der dort zu kletternden Schwierigkeits - Zahlen nur als Fahrer zu gebrauchen. Da ich der Fahrer der Jugend am Samstag war, kann ich nur für diesen Tag ein paar Worte mehr schreiben:
Hier gingen in der Altersklasse Jugend B (13-15 Jahre) Anne und Jakob Hösel aus Herrnhut als Führende der Gesamtwertung in den Dresdner Wettkampf. Beide brachten am Samstagmorgen vor Aufregung kein halbes Brötchen hinunter.
Anne musste bei der sehr dichten Leistungsspitze in ihrer Altersklasse gewinnen, um den Titel zu holen und kletterte in der Finalroute der Schwierigkeit 9- zwar mächtig aufgeregt aber souverän am höchsten unter den sächsischen Mädels.
Jakob, der nach der Qualifikation auf Platz 2 lag, unterlief im Finale (Schwierigkeit 9 nach UIAA) ein Kletterfehler und er wurde (etwas gefrustet) Vierter; das genügte aber aufgrund seines großen Vorsprungs aus den vorhergehenden Wettkämpfen für den Sieg in der Gesamtwertung.
Auch in den Wettkämpfen der jüngeren Altersklassen am Sonntag brachten Kinder der unserer Sektion drei Sächsische Meistertitel mit nach Hause: Hannah Andersch und Brian Kuttner aus Olbersdorf siegten bei den Kindern, Malte Komm aus Jonsdorf bei den Schülern A. Felix Mengel wurde in der gleichen Altersklasse Dritter.
Aber auch diejenigen, die keinen Platz auf dem Treppchen erreichten, zeigten den etwa 1000 Zuschauern mit ihren beeindruckenden Leistungen, wie das Sportklettern Kinder begeistern und fördern kann.
„Danke“ an alle Übungsleiter, Finanz- und Mitgliederverwalter, Homepage- und Kletterwandgestalter, Verantwortliche in Sektion und Landesverband, ohne die solche Erfolge nicht möglich wären. Und das ist in unserem kleinen Verein im Vergleich zu den Möglichkeiten in Leipzig, Dresden und Chemnitz nicht selbverständlich.

Daniel Hösel
Viturix CMS

Neues von der Wettkampftruppe

Bevor es ab in den Sommer geht, ein kurzer Rückblick auf das erste Halbjahr bei den Freunden der bunten Griffe. Ich konnte dem„Hallenturnen“ noch vor ein paar Jahren nicht sonderlich viel abgewinnen – und als dann meine Kinder mit der Idee kamen, in Wettkäpfen gegeneinander statt miteinander zu klettern, war ich doch skeptisch. Nun bin ich schon bei so manchem Wettkampf dabei gewesen, sehe Kinder und Jugendliche, die sonst cool und gechillt (modern für entspannt) in der Ecke liegen würden, sich konzentrieren, anstrengen, die Hochs und Tiefs in einem Wettkampf intensiv erleben. Es ist eine Freude, den spielerisch scheinenden Bewegungen der Jugendlichen an der fast immer überhängenden Wand zuzuschauen (und wenn man nach dem Wettkampf selbst heimlich probiert, hebt man selten ab, und wenn doch, dann mit sieht`s mit der Ästhetik mächtig dünne aus, weil die Griffe entweder zu klein sind oder die Wand zu steil – meist beides).
Schön ist zu sehen, wie auch die Zittauer sich in den sächsischen Kletternachwuchs einfügen, wie man sich beim Wiedersehen – auch zum Wettkampf – freudig begrüßt, die Routen miteinander durchgeht und selbst die Konkurrenz anfeuert.
Es gibt auch die bedenklichen Momente: zu ehrgeizige Trainer oder Eltern, die Enttäuschung der Kinder, wenns nicht für den gewünschten Platz gereicht hat – aber auch das sind Erfahrungen, die zum Leben gehören und zur Reife helfen können, wenn sie positiv gelöst werden. Und dieser Lernerfolg hängt nicht von der Zahl in der Rangliste ab.
Nun aber trotzdem die Ergebnisse des ersten Halbjahres: Die Kinder und Schüler haben drei von fünf Wettkämpfen zur Sächsischen Meisterschaft hinter sich: Bautzen (März), Jonsdorf und Leipzig (Mai). Bei den Kindern liegen Hannah Andersch und Brian Kuttner in der Gesamtwertung auf Platz 1, bei den Schülern A Malte Komm (kommt bald wirklich nach Zittau) auf Platz 1 und Felix Mengel auf Platz 3. Johanna Baum (Schülerinnen A) hat bisher einen ganz starken 6. Platz erreicht und Paul Knüpfer (dem es im Wettkampf nicht gelang so angenehm entspannt zu sein, wie im Training) Platz 11 bei den Schülern B.
Bei der Jugend gibt es durch das Ausscheiden von Scott Kuttner nur noch zwei Starter: Anne und Jakob Hösel, die nach zwei von drei Wettkämpfen (Leipzig und Berlin) beide auf Platz 1 der sächsischen Rangliste stehen.
Die Ergebnisse der Kinder und Jugendlichen aus Zittau sind schon beachtenswert, wenn man bedenkt, dass in Leipzig, Dresden und Chemnitz die Trainingsbedingungen in den großen Hallen deutlich besser und die Anzahl des kletternden Nachwuchses viel größer ist.
Am 2. Juli fanden in Chemnitz die Landesjugendspiele statt – für die Kletterer gleichzeitig als sächsische Bouldermeisterschaft ausgeschrieben. Auch hier waren die Zittauer gut mit dabei: Anne Hösel und Brian Kuttner wurden in ihren Altersklassen Sächsische Bouldermeister, Hannah Andersch belegte Platz 2 und Jakob Hösel verpasste das Treppchen knapp mit Platz 4. Auch Lucas Wagner erreichte das Finale und wurde 6.
Im Anschluss an den Wettkampf waren alle Teilnehmer vom Landessportbund zu einer Abschlussparty in einem Ferienlager eingeladen. Als dann die anderen Sportarten im Trainingsanzug nach zackigen Kommandos antraten, genossen es die Kinder sichtlich, bei den Kletterern zu sein.
Genug, ich muss packen um mit den Kindern in ein paar Gegenden zu fahren, wo man die Griffe selbst suchen muss.

Daniel Hösel
Viturix CMS